Ordination

LANDORDINATION

Den Namen „Landordination“ habe ich sehr bewusst gewählt. Oft ist der Begriff der Landmedizin, des Landarztes, eher negativ belegt – der niederschwellige Zugang zu Versorgung auf „Landniveau“.

Genau das möchten wir nicht sein – die Landordination bietet Allgemeinmedizin oder besser Familienmedizin auf zeitgemäßem Niveau. In genau jenem Leistungsspektrum, das am Land benötigt wird. Ein Ansprechpartner vor Ort, dennoch mit zeitgemäßer Ausstattung und technischen Möglichkeiten, um eine gute Versorgung auch weiter weg von Krankenhaus, Ambulanz und großer Stadt bieten zu können. Unterstützt von einem Netzwerk aus anderen motivierten KollegInnen, Fachärzten, Wahlärzten und schließlich auch den umgebenden Krankenhäusern.

DIE ORDINATION

Die Landordination wurde im Oktober 2015 in den Räumlichkeiten des Gemeindeamtes Petzenkirchen eröffnet. Diese waren von Beginn an als Ordination konzipiert – von daher erfüllte die Ordination sowohl alle Anforderungen hinsichtlich der Barrierefreiheit, als auch an ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld mit allen Versorgungsmöglichkeiten.

Die Ordination verfügt über ein großes Wartezimmer mit Kinderspielecke, Kaffeeautomat, Trinkbrunnen und behindertengerechter Toilette.

Im Behandlungsraum stehen 3 Liegeplätze (elektrisch verstellbar), 5 Sitzplätze für Infusionen, Blutabnahmen und Therapie, sowie ein Physiotherapieplatz zur Verfügung.

Die Patientengespräche finden in den beiden Sprechzimmern, welche auch von den Wahlärzten mitbenutzt werden, statt.

In unserem Diagnostikraum (aber auch allen anderen Räumen der Ordination) führen wir Lungenfunktionstests und EKGs durch. Für Notfälle besteht hier ein direkter Zugang für den Rettungsdienst.

HAUSARZT

Die Landordination ist keine Ambulanz und kein Versorgungszentrum. Ich führe eine klassische Hausarztpraxis.

Hausarzt zu sein bedeutet Menschen aller Altersklassen in allen Lebenslagen zu betreuen – dies erfordert ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis, Wertschätzung und das einhalten von Spielregeln. Nur so ist eine gute Versorgung in den engen Limitierungen der K(l)assenmedizin möglich.

Der Hausarzt ist der Dreh- und Angelpunkt der Versorgung, er koordiniert Facharztbesuche, interpretiert die Befunde- und vor allem kennt nach einer Zeit „seinen Patienten“.

Aus diesem Grunde: Wir freuen uns, wenn Sie zu uns in die Landordination kommen und betreuen Sie auch im Not- oder Vertretungsfalle gerne, allerdings sollte ein Hausarztverhältnis Kontinuität aufweisen.

Hochfrequente Arztwechsel oder „Doktorshopping“ bringen weder Ihnen, noch uns einen Vorteil.

Kontinuität beim Arztbesuch reduziert Sterblichkeit

Erste systematische Überprüfung liefert eindeutigen Zusammenhang

Exeter (pte014/29.06.2018/10:30) – Patienten, die immer wieder zum gleichen Arzt gehen, verfügen laut einer Studie von Forschern der St. Leonard’s Practice http://stleonardssurgery.co.ukund der University of Exeter Medical School http://medicine.exeter.ac.uküber eine geringere Sterblichkeit. Es handelt sich um die erste systematische Überprüfung zwischen den Sterblichkeitsraten und der Kontinuität der Behandlung. Analysiert wurden alle in dem Bereich zur Verfügung stehenden Ergebnisse.

Kommunikation wichtig

Laut Forschungsleiter Denis Pereira Gray wissen Patienten seit Langem, dass es eine Rolle spielt, zu welchem Arzt sie gehen und wie gut die Kommunikation ist. Bis jetzt wurde der Besuch beim Arzt der Wahl als eine Frage der Bequemlichkeit oder der Höflichkeit angesehen. „Jetzt ist klar, dass es um die Qualität der medizinischen Praxis und buchstäblich um eine Frage von Leben und Tod geht“, so der leitende Forscher.

Laut Wissenschaftler Philip Evans ist eine Kontinuität in der Behandlung gegeben, wenn sich Arzt und Patienten immer wieder sehen und kennenlernen. Das führe zu einer besseren Kommunikation, mehr Patientenzufriedenheit, Befolgen medizinischer Ratschläge und einer deutlich geringeren Nutzung von Krankenhausleistungen. „Da die Medizintechnik und neue Behandlungsansätze die Nachrichten dominieren, wurde der menschliche Aspekt in der medizinischen Praxis vernachlässigt. Unsere Studie zeigt, dass er lebensrettend sein kann und mehr Bedeutung erhalten sollte.“

22 Studien analysiert

Ein wiederholter Kontakt von Arzt und Patient steht mit weniger Todesfällen in Verbindung. Dieser Effekt galt auch bei verschiedenen Kulturen. Betroffen waren nicht nur Hausärzte, sondern auch Spezialisten wie Psychiater und Chirurgen. Insgesamt wurden die Ergebnisse von 22 hochwertigen Studien mit unterschiedlichen Zeitrahmen analysiert. Die Studien stammten aus neun verschiedenen Ländern mit sehr unterschiedlichen Kulturen und Gesundheitssystemen. Von diesen ergaben 18 Studien, also 82 Prozent, dass der wiederholte Kontakt mit dem gleichen Arzt eine deutlich geringere Sterblichkeit mit sich brachte, als bei nicht gegebener Kontinuität. Die Ergebnisse wurden in „BMJ Open“ veröffentlicht.